Während Menschen in autoritären Staaten um ihre Freiheitsrechte kämpfen, wird in Demokratien darüber gestritten, wie Freiheit gelebt und für wen sie gelten soll. Radikal individualistische Vorstellungen von Freiheit stehen jener von Gleichheit und Solidarität gegenüber. Weil autoritäre Kräfte gegenwärtig im Namen der Freiheit die Grundwerte liberaler Gesellschaften angreifen und damit die Demokratie gefährden, wendet sich das Deutsche Hygiene-Museum in Zusammenarbeit mit dem Europaischen Solidarność-Zentrum in Danzig, der Nationalgalerie in Prag und dem Nationalmuseum in Breslau früheren Bildern von Freiheit und Formen der Befreiung zu.
Ausgehend vom Jahr 1989 fragt die Ausstellung, wie Befreiung möglich sein kann. Damals streben Menschen in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR), der Volksrepublik (VR) Polen und der Tschechoslowakischen Sozialistischen Republik (ČSSR) nach Freiheit. Das Ergebnis gilt meist als Sieg des westlichen Modells von wirtschaftlicher und politischer Freiheit. Doch wenn wir solche Umbrüche als offenen Anfang begreifen: Welche Möglichkeiten bieten frühere Befreiungserfahrungen für ein Leben unter freien Gleichen heute? Es lohnt sich, darüber nachzudenken, denn Freiheit ist nicht einfach vorhanden – ihre Geschichte ist unvollendet.
Nov 2023 bis Juni 2025
Co-Kurator zusammen mit Viktoria Krason, Kathrin Haase, Laura Schmidt und Bettina Beer
Deutsches Hygiene-Museum Dresden
Kooperative für Darstellungspolitik und Distaff Studio
Deutsches Hygiene-Museum Dresden, Juni 2025 bis Mai 2026